Prognose

Die Endergebnis (outcome) der Perthes-Erkrankung hängt vom Ausmaß der Deformierung des Hüftkopfes nach Abschluss des Wachstums ab, also von der Sphärizität (Kugelform im Gegensatz zur zwischenzeitlichen Eiform) und Kongruenz bzw. Inkongruenz zwischen Kopf und Pfanne. Letzteres hat Stulberg (1981) zu einer Klassifikation genutzt, wobei insbesondere die Klasse V (asphärische Inkongruenz) mit dem Risiko eines frühen Verschleißleidens (Coxarthrose, osteoarthritis) belastet ist. Dies kann bedeuten, daß bereits unter 40 Jahren die Versorgung mit einer Hüftendoprothese erforderlich wird (Traina 2011). Die Zeitdauer von der Diagnose bis zur Endoprothese wird deshalb als hartes Kriterium zur Ergebnisbewertung (reliable outcome measure) diskutiert.

Wichtig für die Prognose ist das Alter beim Auftreten der ersten Symptome. Unter 6 Jahren kann der M. Perthes milder verlaufen. Der Versuch einer konservativen Behandlung mit Hüftschonung (Minderung der körperlichen Aktivität und Entlastung/ Kontaktbelastung) ist gerechtfertigt. Umgekehrt verläuft die Erkrankung mit 6 – 11 Jahren, oder gar darüber, schwerer.

Die Vorstellung einer vorgegebenen Prognose – in der Literatur reichlich besprochen – ist wahrscheinlich nicht richtig. Aber es gibt Risikofaktoren für einen schlechten Verlauf:

  • Frühe Veränderungen in der Bildgebung im Sinne von Extrusion im Röntgen, einer Kopfvergrößerung über 10 % in der MRT und Zunahme des lateralen Knorpel-Abstands (Lateral Cartilage Distance, LCD) im Ultraschall
  • Starker Bewegungsdrang und schlechte Compliance für Entlastung (unloading)

Den positiven Effekt einer frühen –  geradezu prophylaktischen – operativen Containment-Therapie mittels Oberschenkel-Varisierung belegen jüngste Veröffentlichungen (s. u. Allgemeines und Bildgebung).